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Filmmuseum erklärt die "Ikone" Chaplin
20.02.2012
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Museumsmitarbeiter heben im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt den lichtdurchlässigen Stoff über einem Regal, in dem Porzellandarstellungen von Charlie Chaplin stehen. Das Haus widmet der "Ikone" der Filmgeschichte eine Ausstellung unter dem Titel "Charlie, The Bestseller". Foto: dpaMuseumsmitarbeiter heben im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt den lichtdurchlässigen Stoff über einem Regal, in dem Porzellandarstellungen von Charlie Chaplin stehen. Das Haus widmet der "Ikone" der Filmgeschichte eine Ausstellung unter dem Titel "Charlie, The Bestseller". Foto: dpa
Frankfurt. Melone und Bärtchen? Klar, Charlie Chaplin. Obwohl seine Filme fast hundert Jahre alt sind, gehört die von ihm erfundene Figur des "Tramp" bis heute zum kollektiven Gedächtnis der Menschheit. Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt widmet dieser "Ikone" der Filmgeschichte jetzt eine Ausstellung.

"Charlie, The Bestseller" sei bewusst keine Ausstellung über Leben und Werk des großen Komödianten, sagte Direktorin Claudia Dillmann bei der Vorbesichtigung am Montag. "Der Fokus liegt darauf, zu zeigen, wie die einzigartige Figur des Tramp Eingang in die Alltagskultur gefunden hat und losgelöst von den Filmen ein eigenständiges Leben führt."

"Absolut verblüffend" findet es Dillmann, wie häufig einem diese Figur bis heute begegne, zum Beispiel in der Werbung, und wie wenige Attribute genügen, um die Figur wiederzuerkennen. Melone, Bärtchen, Stock und Watschelschuhe wurden zu "international vertrauten Piktogrammen". Der Tramp wurde zum Merchandising-Artikel, lange bevor es diesen Begriff gab. In der Ausstellung stehen unzählige: Kaffeetassen und Eierbecher, Marionetten und Nippesfigürchen, Blechspielzeug und Papieranziehpuppen. Zu sehen sind auch historische Plakate und Bücher. Zu den kuriosesten Exponaten gehört ein als Tramp verkleideter Michael Jackson.

Die Exponate sind Teil einer Privatsammlung, die der Frankfurter Wilhelm Staudinger seit seiner Kindheit zusammengetragen und 2010 dem Deutschen Filminstitut als Dauerleihgabe überlassen hat. Auslöser seiner Sammelwut, berichtete Staudinger am Montag, war "ein Schock". In einem Magazin musste er lesen, wie Chaplin, der Held seiner Nachkriegskindheit, in den USA "angefeindet, verleumdet und bespitzelt wurde - das hat mein Gerechtigkeitsempfinden nachhaltig erschüttert." Dabei könne man von ihm so viel lernen: "Menschlichkeit, Liebe, Hoffnung, Wahrheit und Würde."

Ausstellung: «Charlie, The Bestseller»
22. Februar bis 13. Mai

Öffnungszeiten: Dienstag 10 - 18 Uhr, Mittwoch 10 - 20 Uhr, Donnerstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr.
Eintritt Sonderausstellung: 8 Euro.

» deutsches-filminstitut.de


Hintergrund-Informationen im Regional-Lexikon:
» Stichwort: Deutsches Filmmuseum

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